Ein neuer Verein entsteht: Muslimischer Begegnungs- und Gebetsraum Stuttgart e.V. gegründet

Am 14. Juni 2023 wurde im Hospitalhof Stuttgart ein Verein ins Leben gerufen, der sich der Realisierung eines offenen muslimischen Begegnungs- und Gebetsraums in der Stadtmitte widmen will. Ein Meilenstein nach Jahren der Planung und Gespräche.

6/13/20232 min read

Am 14. Juni 2023 fand im Hospitalhof, in Stuttgart-Mitte, die Gründungssitzung des Vereins Muslimischer Begegnungs- und Gebetsraum Stuttgart statt. Mit 22 Gründungsmitgliedern wurde ein wichtiger Schritt getan – viele Jahre des Planens, Konzipierens und Austauschs mündeten in diesem formalen Akt, der nun den Weg frei macht für die nächsten Schritte.

Die Gründung wurde begleitet von der Stadt Stuttgart (Abteilung Integrationspolitik) und dem Forum Hospitalviertel e.V., die in den Vorjahren bereits beratend und vermittelnd tätig waren.

Interreligiöse Atmosphäre von Anfang an

Bereits vor dem offiziellen Beginn der Sitzung zeigte sich die interreligiöse Offenheit: Etwa 15 Minuten vor dem Start baten muslimische Teilnehmer darum, in der Hospitalkirche beten zu dürfen – kein Problem, wie sich herausstellte. Christoph Hölscher, Vorstand des Forums Hospitalviertel e.V., stellte spontan einen Raum zur Verfügung. Rund 20 Muslim*innen nutzten die Kirche für das Gebet – ein symbolträchtiger Moment der Verständigung.

Warum gerade jetzt und hier?

In der Stuttgarter Innenstadt leben und arbeiten viele Muslime, es gibt Besucher aus aller Welt, und ein zunehmend spürbares Bedürfnis nach einem Ort, der religiöse Praxis, Begegnung und kulturellen Austausch ermöglicht.

Obwohl es in Stuttgart bereits Moscheen, Gebetsräume und Treffpunkte gibt, sehen viele Menschen eine Lücke in der Innenstadt: Räume, die offen sind für alle Muslime unabhängig von Herkunft oder Richtung, und gleichzeitig einen Ort für interreligiösen Austausch darstellen.

Besonders das Hospitalviertel ist hierfür – nicht nur geographisch sondern auch kulturell – von Bedeutung: Mit bestehenden religiösen Einrichtungen wie Synagoge, Kirchen und konfessionellen Einrichtungen sowie der Nähe zu Universitäten und Institutionen bietet es eine geeignete Umgebung für ein solches Projekt.

Ziele des neuen Vereins

Der Verein hat sich folgende Aufgaben gesetzt:

  • Förderung der muslimischen Religionsausübung in Stuttgart;

  • Schaffung eines Begegnungsraums für Austausch – sowohl interreligiös als auch unter den unterschiedlichen muslimischen Strömungen;

  • Erhöhung der Sichtbarkeit muslimischen Lebens in seiner Vielfalt;

  • Nutzung der deutschsprachigen Begegnung als Mittel zur Verständigung und gegen Vorurteile.

Die Satzung wurde bewusst mit Blick auf Gemeinnützigkeit ausgestaltet und dem Finanzamt vorgelegt; die Eintragung als e.V. (eingetragener Verein) wird in Kürze beim Registergericht erfolgen.

Was kommt als Nächstes?
  • Die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten: Ein zentraler Ort wird benötigt, sowohl für Gebet als auch Begegnung.

  • Planung und Gestaltung des Raums: Wie soll er aussehen, wie soll er genutzt werden?

  • Finanzierung und Förderung: Der Verein wird aktiv Spenden sammeln und Fördermöglichkeiten prüfen.

  • Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung: Damit das Projekt transparent wird und möglichst viele Menschen und Gruppen beteiligt sind.