Exposé 2019: Vision für einen muslimischen Gebets- und Begegnungsort im Hospitalviertel

Mit einem offiziellen Exposé des Amts für Stadtplanung und Wohnen wurde 2019 erstmals umfassend dargelegt, warum das Hospitalviertel ein idealer Standort für einen muslimischen Gebets- und Begegnungsort ist – und welche Schritte für die Umsetzung notwendig sind.

5/13/20191 min read

Im Mai 2019 veröffentlichte das Amt für Stadtplanung und Wohnen Stuttgart ein Exposé, das die Idee eines muslimischen Gebets- und Begegnungsorts im Hospitalviertel detailliert begründete.

Das Hospitalviertel wurde als „Quartier der Religionen“ beschrieben: Hier gibt es bereits die Synagoge der Israelitischen Religionsgemeinschaft, den evangelischen Hospitalhof mit zahlreichen Einrichtungen, ein katholisches Mädchengymnasium sowie die Adventgemeinde. Ein muslimischer Gebetsraum würde diese religiöse Vielfalt ergänzen und sichtbar machen.

Ziele des Projekts

Das Exposé zeigte klar auf, welche Bedeutung ein solcher Ort hätte:

  • Integration & Dialog: Ein Raum für Begegnung, Austausch und Prävention gegen Extremismus.

  • Praktischer Bedarf: Muslime, die in der Innenstadt arbeiten, einkaufen oder als Touristen unterwegs sind, hätten endlich eine würdige Möglichkeit, ihr Gebet zu verrichten.

  • Gesellschaftliche Teilhabe: Ein deutschsprachiger, verbandsübergreifender Ort, der jungen Menschen, Geflüchteten und Gemeindemitgliedern gleichermaßen offensteht.

Stadträumliche Bedingungen

Als Standort schlug das Exposé u. a. die städtische Grünfläche zwischen Leuschnerstraße und Schloßstraße im Hospitalviertel vor. Alternativ kamen weitere Flächen in Betracht, auch wenn die Umsetzbarkeit geprüft werden musste.

Nächste Schritte

Um den Weg zu ebnen, wurden drei konkrete Projektbausteine genannt:

  1. Standortsuche & Machbarkeitsuntersuchung für kleine und große Lösungen.

  2. Betreiber- und Finanzierungskonzept, getragen von den muslimischen Gemeinden.

  3. Öffentlichkeitsarbeit, um die Bürgerschaft einzubinden und Vorurteile abzubauen.

Für diese Schritte wurde ein Finanzierungsbedarf von rund 120.000 Euro veranschlagt, über den der Gemeinderat im Doppelhaushalt beraten sollte.

Damit lag erstmals eine offizielle Grundlage vor, die das Projekt über die Diskussionsebene hinaus in Richtung einer konkreten Umsetzung führte.