Unterstützung von Politischer Seite: Die Grünen setzen sich ein

2016 erhielten die Forderungen nach einem zentralen Gebetsraum Rückendeckung von politischer Seite – die Grünen in Stuttgart forderten, dass die Stadt einen Raum in einer städtischen Immobilie zur Verfügung stellt.

5/7/20161 min read

Im Mai 2016 erreichte das Anliegen eines zentralen muslimischen Gebets- und Begegnungsraums in Stuttgart eine neue Dimension: Die Ratsfraktion der Grünen trat mit der Forderung an die Öffentlichkeit, dass die Stadt städtische Immobilien nutzen soll, um einen solchen Raum in der Innenstadt bereitzustellen.

Bis dahin existierten bereits etwa 25 Gebetsräume im gesamten Stadtgebiet – jedoch lagen diese alle in den Außenbezirken. Für viele Muslim*innen, insbesondere Berufstätige, Studierende oder Menschen ohne privaten Zugang zu Gebetsräumen, war dies mit langen Wegen verbunden.

Die Grünen betonten, dass ein solcher Raum eine Mindestfläche von etwa 150 Quadratmetern haben sollte und offen sein müsse für alle moderaten muslimischen Glaubensrichtungen und ethnischen Gruppen.

Besonders wichtig war zudem das Zusammenspiel zwischen Stadt und Gemeinden:

  • Der Arbeitskreis Stuttgarter Muslime hatte die Forderung schon zwei Jahre zuvor formuliert.

  • Mehrere Gemeinden erklärten sich bereit, sich finanziell an der Unterhaltung eines zentralen Gebetsraums zu beteiligen.

  • Auch der Aspekt der Integration von muslimischen Geflüchteten wurde genannt: Ein zentraler Gebetsraum biete eine Alternative, sodass Menschen aus Syrien, Irak, Iran oder Afghanistan sich nicht ausschließlich auf bestehende Moscheegemeinden verlassen müssen.

Mit dem Schritt der Grünen wurde deutlich: Das Projekt war inzwischen nicht mehr allein eine intern organisierte Initiative muslimischer Gemeinden, sondern hatte begonnen, in der kommunalen Politik Unterstützer zu finden. Die Forderungen wurden konkreter und mit politischen Ressourcen in Verbindung gebracht.